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Desinfektion

Desinfektion bezeichnet den Prozess, bei dem die Anzahl pathogener Mikroorganismen auf ein Niveau reduziert wird, das keine Infektionsgefahr mehr darstellt. Im medizinischen Bereich wird typischerweise eine Reduktion von mindestens 5 log₁₀‑Stufen (99,999 %) gefordert, wie sie unter anderem in Normen wie DIN EN 14885 oder DIN EN 13727 beschrieben ist. [1,2]

Es gibt eine Vielzahl von Verfahren zur Desinfektion. Dabei ist die chemische Desinfektion, zum Beispiel das Abwischen von Oberflächen mit Alkoholen oder anderen Desinfektionsmitteln, der meistverwendete Ansatz. Hierbei ist jedoch sowohl die Toxizität als auch die Materialverträglichkeit in vielen Fällen kritisch. Für die Aufbereitung von Medizinprodukten etabliert ist die Verwendung von thermischen Desinfektionsverfahren, die zwar chemisch unbedenklich sind, aber nicht für thermoinstabile Materialien geeignet sind. Letztendlich hängt die Wahl des Verfahrens vom zu behandelnden Material, der Art der Kontamination und dem Anwendungsgebiet ab. [1,2]

Plasmatechnologie bietet eine innovative Alternative, insbesondere für temperaturempfindliche Materialien. Kalte Atmosphärendruckplasmen erzeugen ein Gemisch aus reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffspezies, insbesondere Ozon und Wasserstoffperoxid, UV‑Strahlung und elektrischen Feldern, die gemeinsam zu einer schnellen Inaktivierung von Mikroorganismen führen. Studien zeigen, dass Plasma je nach System und Expositionszeit bakterizide, fungizide und teilweise auch viruzide Effekte erzielen kann und damit als vielversprechendes Desinfektionsverfahren gilt. [3,4]

Hier kommt als innovative Desinfektionsmethode der MediPlas ins Spiel, welcher aus dem MediPlas Reactor und dem MediPlas Driver besteht. Mithilfe der dielektrischen Barriere-Entladung (Dielectric Barrier Discharge, DBD) erzeugt der Reaktor reaktive Verbindungen, wobei die Zusammensetzung und die Konzentrationen im entstehenden Gasgemisch gezielt gesteuert werden kann, um spezifische Anwendungsfelder zu bedienen. In Versuchen konnte die Desinfektionsleistung des MediPlas erfolgreich gegen verschiedene Bakterienarten wie Bacillus subtilis oder Escherichia coli getestet werden und zeigt, dass dieses System im medizintechnischen Umfeld als High-Level-Desinfektionssystem eingesetzt werden kann.

Reduktion der Lebendzellanzahlen für unterschiedliche Bakterien
[1] Costa, M.J.; Pastrana, L.M.; Teixeira, J.A.; Sillankorva, S.M.; Cerqueira, M.A. Bacteriophage Delivery Systems for Food Applications: Opportunities and Perspectives. Viruses 2023, 15, 1271. https://doi.org/10.3390/v15061271.
[2] Mohapatra, S. Sterilization and Disinfection. In Essentials of Neuroanesthesia 2017, 929-944. https://doi.org/10.1016/B978-0-12-805299-0.00059-2.
[3] O’Connor, N.; Cahill, O.; Daniels, S.; Galvin, S.; Humphreys, H. Cold atmospheric pressure plasma and decontamination. Can it contribute to preventing hospital-acquired infections? J. Hosp. Infect. 2014, 88, 59-65. https://doi.org/10.1016/j.jhin.2014.06.015.
[4] Zampieri, L.; Agus, R.; Myers, B.; Cavazzana, R.; Cordaro, L.; De Masi, G.; Zuin, M.; Riccardi, C.; Furno, I.; Martines, E. Multimodal Comparison of Cold Atmospheric Plasma Sources for Disinfection. Appl. Sci. 2025, 15, 7037. https://doi.org/10.3390/app15137037.
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