Dekontamination
Besonders im Gesundheitswesen, aber auch im Alltag, ist es von entscheidender Bedeutung, dass Oberflächen wie Türgriffe, Lichtschalter und Möbel, Textilien wie Kittel, Arbeitskleidung und Bettwäsche sowie medizinische Geräte und Instrumente, die mit Patientinnen und Patienten in Kontakt kommen, wie beispielsweise Endoskope, chirurgische Instrumente oder Implantate, zuverlässig von krankheitserregenden Mikroorganismen befreit werden. Nur auf diese Weise lassen sich sowohl die Verbreitung als auch das Auftreten von Infektionen wirksam verhindern.
Unter dem Begriff Dekontamination wird das Entfernen, Inaktivieren oder Zerstören pathogener Mikroorganismen auf Oberflächen oder Geräten verstanden, um ihre Übertragung zu verhindern und die Gegenstände für die Handhabung, Wiederverwendung oder Entsorgung sicher zu machen. [1, 2] Die Dekontamination kann durch physikalische oder chemische Verfahren erfolgen. Diese werden entsprechend ihres Wirkungsgrades als Reinigung, Desinfektion oder Sterilisation eingestuft. Die Wirksamkeit solcher Maßnahmen wird anhand der erreichten mikrobiellen Reduktion bewertet, welche basierend auf verschiedenen Normen (bspw. DIN EN 1040 oder DIN EN 13727) als logarithmische Reduktionsstufe (log10) angegeben wird. [2,3]
Das Entfernen organischer und anorganischer Materialien, zu denen sichtbare Verschmutzungen, Blut, Proteine oder Mikroorganismen gehören, erfolgt mithilfe von Wasser und Reinigungsmitteln in einem manuellen oder maschinellen Prozess. Dieser Vorgang wird als Reinigung bezeichnet. Eine gründliche Reinigung medizinischer Instrumente ist zwingend erforderlich, bevor eine anschließende Desinfektion oder Sterilisation durchgeführt wird, um die geforderte Wirksamkeit zu erreichen. [2]
[1] Steer, J. Decontamination. Surg. (Oxford) 2002, 20, 197-200. https://doi.org/10.1383/surg.20.8.197.14520.[2] Mohapatra, S. Sterilization and Disinfection. In Essentials of Neuroanesthesia 2017, 929-944. https://doi.org/10.1016/B978-0-12-805299-0.00059-2.
[3] Rutala, W.A.; Weber, D.W. Disinfection, sterilization, and antisepsis: An overview. Am. J. Infect. Control 2016, 44, e1-e6. https://doi.org/10.1016/j.ajic.2015.10.038.

